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Nicht so viel fragen, mehr machen

Informationstagung des Gesamtvertrauenspersonenausschusses: Minister erläuterte Reform

Minister Thomas de Maizière (r.) erläuterte die Grundzüge der Neuausrichtung und warb um Unterstützung. An seiner Seite: Brigadegeneral Reinhard Kloss, Stabsabteilungsleiter im Führungsstab der Streitkräfte. Foto: S. Wilke/BundeswehrGrößere Abbildung anzeigen
Minister Thomas de Maizière (r.) erläuterte die Grundzüge der Neuausrichtung und warb um Unterstützung. An seiner Seite: Brigadegeneral Reinhard Kloss, Stabsabteilungsleiter im Führungsstab der Streitkräfte. Foto: S. Wilke/Bundeswehr

Berlin. Information tötet jedes Ge­rücht – unter diesem Motto kamen Anfang Dezember rund 110 Vertrauensleute zur diesjährigen Informationsveranstaltung des Gesamtvertrauenspersonenausschusses (GVPA) in Berlin zusammen.

Selten war Information so wichtig wie in diesen Tagen: So komplex ist die Reform der Bundeswehr, so schnell sind die Prozesse, dass kaum alle Betroffenen gleichzeitig auf dem aktuellen Stand sein können. Deshalb war die Neuausrichtung der Streitkräfte in diesem Jahr Schwerpunkt der Tagung.

Um hier für Transparenz zu sorgen, diskutierten die Vertrauensleute – neben dem GVPA Vertrauenspersonen aus der Truppe, Soldaten aus allen militärischen Organisationsbereichen, Laufbahn- und Statusgruppen – in der OHG der Julius-Leber-Kaserne mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Generalinspekteur Volker Wieker.

Der Minister warb bei den Soldaten um Unterstützung für die Reform. Jetzt, wo die Entscheidungen nahezu alle getroffen seien, gehe es um die Umsetzung – und die habe eine Di­mension über Standorte und Dienstposten hinaus. „Es geht um Fragen der inneren Haltung und die Veränderung von Mentalitäten“, so de Maizière. „Es muss etwas in den Köpfen passieren. Das kann man nicht befehlen, das muss man wollen!“

Innere Führung habe auch mit innerer Haltung zu tun. Der Minister: „Nicht so viel fragen, mehr machen!“

Auch in der Fragerunde offene Worte vom Minister – zu Themen wie Zulagen („Erhöhung von Zulagen passt an sich nicht in die Zeit!“), Zeitverzug bei Rüstungsprojekten („Ich ärgere mich auch, wenn eine Firma bei uns immer dann Lieferverzögerungen hat, wenn der zivile Markt gerade gut geht!“) oder Attraktivität und Reformbegleitprogramm. „Mir ist besonders wichtig, dass nicht die, die bleiben, bestraft werden, indem sie keine Beförderungsaussichten haben und frustriert sind.“

Auch der Generalinspekteur (M.) ermunterte die Teilnehmer zur Mitarbeit an der Reform. Rechts: Major André Wüstner, Sprecher GVPA. Foto: S. Wilke/BundeswehrGrößere Abbildung anzeigen
Auch der Generalinspekteur (M.) ermunterte die Teilnehmer zur Mitarbeit an der Reform. Rechts: Major André Wüstner, Sprecher GVPA. Foto: S. Wilke/Bundeswehr

Major André Wüstner, zweiter Stellvertreter des Bundesvorsitzenden des DBwV und Sprecher des GVPA, unterstrich: „Besonders wichtig für die Steigerung der Attraktivität ist der Ausgleich für mehr geleisteten Dienst!“

Am Tag zuvor hatte Generalinspekteur Volker Wieker eine Jahresbilanz gezogen, erinnerte an die ur­sprünglichen Sparauflagen, die Aussetzung der Wehrpflicht und die Entscheidungen zum Umfang der Streitkräfte.

Zur Neuausrichtung sagte der GI: „Der Weg ist noch nicht einmal halb beschritten. Die Arbeit geht jetzt erst richtig los.“

Auch er hob die Bedeutung des Reformbegleitprogramms hervor, um den Dienst in der Bundeswehr attraktiver zu gestalten: Wegen der Bevölkerungsentwicklung werde es in den nächsten Jahren einen „wilden Run“ auf junge Leute geben.

General Wieker kündigte an, bis März oder April 2012 präzise Vorstellungen von der Gestaltung der Einzelschritte der Reform zu haben: „Dann haben auch die Betroffenen eine belastbare Planungsgrundlage.“

Mehr als zwei Stunden nahm sich der Generalinspekteur Zeit für Vortrag und Diskussion – und bekam dafür die Anerkennung der Soldaten. Oberstabsgefreiter: „Wir kennen ihn kaum – aber er ist echt gut!“

Die Informationsveranstaltung steht seit 2005 auf dem Plan des jeweiligen Verteidigungsministers. Ihr Ziel ist es, Informationen direkt in die Truppe zu tragen. Ein Teilnehmer: „Das ist eine gute Sache: Ich weiß jetzt mehr als mein Chef und mein Kommandeur!“

Major André Wüstner äußerte sich zufrieden: „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Wir hatten einen guten, kritischen und informativen Dialog. Die Stimmung in der Truppe wurde auf Leitungsebene wahrgenommen.“

Und auch für den GVPA-Sprecher gab es Lob. Ein Oberstabsfeldwebel über Wüstner: „Er ist einsatzerfahren, er weiß, wie Truppe tickt und wie Interessenvertretung erfolgreich gestaltet werden kann!“ jm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 10.3.2012


 
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