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Wüstner: „Soldaten erwarten, dass Probleme gelöst werden!“

Bundesvorsitzender beim „Celler Trialog“

Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner (l.) beim Celler Trialog. Foto: DBwV/Meyer
Der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner (l.) beim Celler Trialog. Foto: DBwV/Meyer

Celle. Klartext in der niedersächsischen Provinz: Beim Celler Trialog stellten sich am 24. und 25. Oktober die Verteidigungspolitiker Florian Hahn (CSU), Rainer Arnold (SPD) und Tobias Lindner (Grüne) gemeinsam mit Reservisten-Präsident Oswin Veith, dem stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen und dem Bundesvorsitzenden Oberstleutnant André Wüstner auf dem Podium den harten Fragen von Moderator und Publikum. Dabei äußerte sich Wüstner zu allen aktuellen Themen.

Zur Stimmung in der Truppe, beispielsweise. „Die Bundeswehr steht enorm unter Druck, die Belastung nimmt immer weiter zu - durch die zunehmenden Einsätze oder die Umsetzung der zuletzt getroffenen NATO-Gipfel-Beschlüsse“, sagte Wüstner gleich zu Beginn. „Die Trendwenden sind grundsätzlich gut und absolut notwendig. Die negative Entwicklung ist erst einmal gestoppt- aber damit ist die Welt noch nicht in Ordnung. Jetzt muss etwas passieren.“ Er stellte klar: „Die Soldaten erwarten, dass Probleme nicht nur angesprochen, sondern gelöst werden!“

Und weiter: „Beispiel Marine: Wer es aushält, jährlich sieben, acht Monate auf See zu sein, ist hart im Nehmen. Hut ab vor diesen Frauen und Männern. Ähnlich ist es in den anderen militärischen Organisationsbereichen. Sie sind motiviert - aber sie verzweifeln aufgrund der Vielzahl an materiellen Mängeln“, so Wüstner.

Zu den Einsätzen: „Ich war jetzt ein paar Mal in Mali. Ich stelle immer dieselben Fragen, auch zum vernetzten Ansatz - ich bekomme nur mäßige Antworten. Das erinnert mich an einiges, das ich aus Afghanistan kenne. Keiner fragt: Was will die internationale Gemeinschaft wo und wie auf der Zeitachse erreichen?“

Zum Einsatz im Innern: „Wir sind froh über die Trennung von innerer und äußerer Sicherheit. Unsere Bündnispartner in Frankreich und Belgien sagen uns: Seid froh, dass Ihr nicht als Lückenfüller missbraucht werdet.“

Zum Weißbuch: „Mich treibt eine Frage um: Warum diskutieren wir das Weißbuch nicht im Parlament? Es ist doch die Grundlage für alles und würde der vermissten gesellschaftlichen Debatte entgegenwirken!“

Für den ersten Teil der Veranstaltung hatte der Gastgeber, CDU-Verteidigungspolitiker Henning Otte, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eingeladen. Sie stellte anhand einer Reihe von Thesen die Herausforderungen der Zukunft dar. Dabei beschrieb sie die Notwendigkeit, Krisen mithilfe lokaler Kräfte dort zu beherrschen, wo sie entstehen. Kein militärischer Erfolg werde nachhaltig sein, wenn er nicht von Stabilisierung, Wiederaufbau und Versöhnung begleitet werde.

Zur Verhinderung neuer Flüchtlingsströme brauche Europa eine gemeinsame Anstrengung, um den Menschen in Afrika Perspektiven zu geben.

Die Bundeswehr müsse noch agiler und flexibler werden, sagte die Ministerin. Als Beleg für ihre Bemühungen führte sie die Trendwenden an und nannte zudem die Cyber-IT-Abteilung mit eigenem Organisationsbereich samt Inspekteur.

Beim Celler Trialog kommen traditionell Vertreter von Bundeswehr, Politik und Rüstungswirtschaft zusammen. Zum Ausklang des ersten von zwei Veranstaltungstagen bat Henning Otte zum Dinner in den Rittersaal des Celler Schlosses. Die Dinnerspeech hielt die niederländische Botschafterin Monique von Daalen, bevor die Teilnehmer am nächsten Tag nach einem Vortrag des Generalinspekteurs, General Volker Wieker, über die Themen „Rüstungs- als Teil von Sicherheitspolitik“ und „Gesamtstaatliche Sicherheitsvorsorge“ diskutierten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 28.10.2016


 
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