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In vielen Bereichen fehlt noch der „7. Sinn“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (l.) mit dem DsiN-Vorsitzenden Thomas Kremer (r.) und seinem Stellvertreter Hartmut Thomsen. Foto: DBwV/Steinmetz
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (l.) mit dem DsiN-Vorsitzenden Thomas Kremer (r.) und seinem Stellvertreter Hartmut Thomsen. Foto: DBwV/Steinmetz

„Deutschland sicher im Netz“ – seit nunmehr zehn Jahren besteht der Verein DsiN, der das Ziel verfolgt, das Sicherheitsbewusstsein von Unternehmen und Verbrauchern bei der Nutzung des Internets zu steigern. Ein Thema, das natürlich auch für die Bundeswehr von großem Interesse ist. So war auf dem DsiN-Kongress am 27. Oktober auch der stellvertretende Bundesvorsitzende, Hauptmann Andreas Steinmetz, zu Gast. In verschiedenen Panels diskutierten in der Berliner Repräsentanz der Telekom Experten über Verbraucherbildung, IT-Sicherheit und wirtschaftliche Aspekte.

Die Impulse kamen von den Staatssekretären Ralf Kleindiek (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend), Matthias Machnig (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) und Norbert Barthle (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur). Zuvor hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in einer Grundsatzrede die Verantwortung für die digitale Sicherheit thematisiert. Seit 2007 steht DsiN unter der Schirmherrschaft des Innenministeriums.

Wie ernst die Bundeswehr die möglichen Bedrohungen in der digitalen Welt nimmt, zeigt die aktuell laufende Aufstellung eines eigenständigen Organisationselements – es entsteht das Kommando Cyber- und Informationsraum. „Damit haben wir einen zentralen Ansprechpartner für die Cyberkommandos von Bündnispartnern und für alle anderen Ressorts der Bundesregierung“, sagte Hauptmann Steinmetz am Rande des DsiN-Kongresses. Aber es gibt Bereiche, in denen die Bundeswehr Nachholbedarf hat. Noch im Sommer kritisierte der Rechnungshof die laxen Vorgaben zur Sicherung der IT-Netze der Bundeswehr – in einem vertraulichen Prüfpapier wurde mangelnde Kontrolle moniert.

In drei Panels wurde über verschiedene Aspekte der IT-Sicherheit diskutiert. Foto: DBwV/SteinmetzGrößere Abbildung anzeigen
In drei Panels wurde über verschiedene Aspekte der IT-Sicherheit diskutiert. Foto: DBwV/Steinmetz

Dadurch sei sogar die Einsatzbereitschaft der Truppe in Gefahr. Die Bundeswehr nutzt rund 140.000 PC, die von der BWI Informationstechnik GmbH bereitgestellt wurden. Zudem ist das Unternehmen, das 2006 von der Bundeswehr, Siemens und IBM gegründet wurde, für die Datenverbindungen zwischen den Standorten verantwortlich. Ende 2016 will die Bundeswehr den Leistungsverbund komplett übernehmen – deswegen prüfte der Rechnungshof die Ministeriumsvorgaben. Der Bericht fordert, das Ministerium müsse effizienter kontrollieren, ob die BWI die Sicherheitsregeln einhält. Neben Untreue drohe sonst auch die Manipulation von sensiblen Daten.

„Zurzeit fehlt uns noch in vielen Bereichen der ‚7. Sinn’ im Umgang mit digitaler Information und Kommunikation. Wir können noch besser werden“, sagte Steinmetz. Ohne LoNo, VoIP und Office sei das Führen der Truppe im Inland kaum mehr möglich, so das Bundesvorstandsmitglied. Datensicherheit sei kein Hindernis, sondern Grundlage, Verpflichtung und Vorteil, um die Abschreckung und Schlagkraft zu erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 31.10.2016


 
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