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Gedenkbuch soll Politiker an gefallene Soldaten erinnern

„Wofür töten?“ lautete eine der Fragen auf der Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung Foto: Deutsche NationalstiftungGrößere Abbildung anzeigen
„Wofür töten?“ lautete eine der Fragen auf der Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung Foto: Deutsche Nationalstiftung

Berlin. „Wozu braucht Deutschland Soldaten? Wofür sterben? Wofür töten?“ Diese Fragen sind angesichts weltweiter Krisen und Konflikte hochaktuell. Deshalb setzte sich die Deutsche Nationalstiftung bereits zum zweiten Mal seit 2011 in einer Podiumsdiskussion mit der zukünftigen Rolle von Soldaten in Deutschland auseinander. Dazu diskutierten der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger (Bündnis 90/Die Grünen), der Generalinspekteur Volker Wieker, sowie sein Amtsvorgänger General a.D. Klaus Naumann vor einem prominenten Publikum aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Auch der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler befand sich unter den rund 300 Gästen.

Die Frage des „Wozu?“ wurde von allen Diskussionsteilnehmern im Konsens beantwortet. Deutschland braucht Soldaten für den Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger und um seiner Verantwortung in der Welt gerecht zu werden. Während der Diskussion zum Thema „Wofür sterben?“ wurde auch der Bedarf einer Gedenkkultur für die Bundeswehr diskutiert. Agnieszka Brugger kündigte an, dass zukünftig ein Gedenkbuch für die gefallenen deutschen Soldaten vor den Räumen des Verteidigungsausschusses die Abgeordneten an ihre besondere Verantwortung erinnern soll. Auch die Ausrüstung der Soldaten wurde diskutiert. Während der Generalinspekteur daran erinnerte, dass Beschaffungsvorhaben einen langen zeitlichen Vorlauf benötigen, betonte der Wehrbeauftragte Bartels die Notwendigkeit einer europäischen Rüstungspolitik, um Synergien zu nutzen.

General a.D. Naumann führte zum Aufgabenspektrum der Bundeswehr aus, dass diese sich in der Vergangenheit entweder auf die Landesverteidigung oder die Auslandseinsätze konzentriert habe. Angesichts der aggressiven Außenpolitik Russlands müsse die Bundeswehr zukünftig aber beide Fähigkeiten beherrschen und hierfür über die notwendigen Mittel verfügen, so der ehemalige Vorsitzende des Nato-Militärausschusses.

Nach rund zwei Stunden Diskussion blieben zum Bedauern des Moderators und Vorstandsmitglieds der Nationalstiftung, Dirk Reimers, noch viele Themen offen. Umso wichtiger ist es, dass die Diskussion über die Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft fortgesetzt wird. Die Deutsche Nationalstiftung hat hierfür mit dieser Veranstaltung einen wichtigen Beitrag geleistet. cw

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 15.11.2016


 
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